"ÖDLAND - Der Keller" von Christoph Zachariae

Werbung/selbst gekauft

In dem heutigen Buch geht es darum, dass die Welt, wie wir sie kannten, nicht mehr existiert. Vor vierzig Jahren ging sie unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Von Land und Städten blieb nur Wüste und Ruinen übrig: das ÖDLAND. Und genau hier haben sich Überlebende in abgeschiedene Enklaven zurückgezogen, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile. Bewaffnete Söldnerbanden ziehen durchs Ödland und greifen auf der Suche nach Essen und Wasser jeden an, der ihnen in die Quere kommt. 
Mega ist neunzehn und wächst in so einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität lebt sie in einer Gemeinschaft aus Wissenschaftlern und ehemaligem Sicherheitspersonal. Mega hat einen Traum: Sie will eines Tages den Keller verlassen und die Welt erkunden. Die muffige Enge und das ewige Stillsein entsprechen überhaupt nicht ihrem Wesen. Die Gemeinschaft schickt immer wieder Piloten ins Ödland, um Kontakt zu anderen Enklaven aufzunehmen, doch noch nie ist einer von ihnen zurückgekehrt. Und dann wird Mega mit dieser Mission beauftragt. Im Osten soll sie eine Siedlung suchen, um Ersatzteile für die Wasseraufbereitung herstellen zu können. In einem ultraleichten Liegefahrrad wagt sich die letzte Pilotin auf die leeren Autobahnen des Ödlands. Eine gefährliche Reise zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.

Das Buch erschien am 17.07.2015 bei LUCID DREAMS. Es ist Teil 1 der Reihe "Ödland" und umfasst 240 Seiten. Das E-Book kostet 2,99 € und das Taschenbuh 9,99 €.

Der Autor Christoph Zachariae wurde 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. In dieser Zeit entstehen auch Drehbücher, aus denen Kurzfilme entstehen,die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab. Seit 2002 lebt und arbeitet er in Berlin.

Der Schreibstil ist sehr bildlich, was für dieses dystopische Setting sehr wichtig ist. Wir lernen die Welt von Mega unter der Erde sehr gut kennen, erfahren aber auch etwas von Personen außerhalb, was ich sehr gut fand. Es laufen zwei Handlungen parallel, was an manchen Stellen verwirrend sein kann, aber mit der Zeit kommt man recht gut klar. Auch möchte man natürlich dadurch wissen, wie es im anderen Handlungsstrang weitergeht. Die Geschichte über Mega konnte mich am meisten mitreißen. Man lernt ihr Leben im Keller sehr gut kennen. Man fiebert mit den Menschen dort einfach mit. Ich finde es unfassbar realistisch erzählt und auch die zurückhaltende Gefühlswelt von Mega, passt einfach perfekt. Am Ende möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine wirklich gut erzählte Dystopie sucht, die dort losgeht, wo die Katastrophe bereits passiert ist. 
 


Quelle des Bildes: https://www.lovelybooks.de/autor/Christoph-Zachariae/%C3%96DLAND-Der-Keller-1013841085-w/

Kommentare