"Hazel sagt Nein" von Jessica Berger Gross

Werbung/Rezensionsexemplar 

In dem heutigen Buch geht es um die Hoffnung auf ein ruhigeres Leben. Die Blums ziehen vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. An ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Nun ist Hazel die Auserwählte. Sie sagt instinktiv Nein und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellen. 

Das Buch erschien am 02.02.2026 bei Lübbe. Es umfasst 384 Seiten und wurde von Angela Koonen ins Deutsche übersetzt. Die gebundene Ausgabe kostet 22,00 € und 17,99 €.

Die Autorin Jessica Berger Gross stammt ursprünglich aus New York und lebt jetzt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Maine. Sie ist Vassar-Absolventin und mit zwei Memoirs ist sie in den USA bekannt geworden.

Dieses Buch hat einen tollen Schreibstil, mit dem ich von Seite 1 an super klargekommen bin. Er ist bildlich, aber gefühlsmäßig eher zurückhaltend. Alleine durch das, was erzählt wird, kommen beim Lesen Gefühle hervor. Aber es sind eher die eigenen, die einem beim Nachdenken kommen. Das fand ich wirklich besonders. Und das, was das Buch wahrscheinlich auch tun soll, schafft es: Es macht unfassbar nachdenklich. Gleichzeitig bekommt man eine tolle Charakterentwicklung mit. Nicht nur von Hazel, sondern auch von ihrer ganzen Familie. Obwohl mich am Anfang tatsächlich gestört hat, dass es nicht nur um Hazel geht. Man wollte wissen, wie es weitergeht, und hat zunächst andere Charaktere kennengelernt.  Im Laufe der Geschichte wird das auch besser, da diese mehr Bedeutung bekommen.  Die Geschichte teilt sich in zwei atmosphärisch unterschiedliche Teile ein. Einer ist eher düsterer, während der andere heller ist.  Den Wechsel merkt man quasi sofort. Ich fand beide spannend. Auch wenn sich manche Dinge und Gedanken ab und an wiederholen, fand ich das Buch insgesamt sehr gelungen. Neben der Vorkommnisse mit dem Schulleiter wird auch das Thema Antisemitismus behandelt.
Wer ein Buch sucht, das sich mit dem Thema bzw. den Themen beschäftigt, ist hier auf jeden Fall richtig.  

Zitat(e):

"In einer Kleinstadt kann man niemanden canceln. Dafür leben dort zu wenig Leute, und bald wäre niemand mehr übrig, mit dem man Kontakt haben könnte. Stattdessen sah man ihnen zu, wie sie aus ihren Fehlern lernten und sich änderten, oder man sah sie nichts lernen und dieselben bleiben."

Quelle des Bildes: https://www.lovelybooks.de/autor/Jessica-Berger-Gross/Hazel-sagt-Nein-22044581305-w/

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